Was dabei auf keiner Seite nachgibt, ist die Präsentation. Yoshis
Animationen stecken derart voll Leben, dass man bei einer schnellen
Kehrtwende automatisch grinst. Der Bilderbuchartstil mit seinen
malerischen Texturen, dem Stop-Motion-Charme und den bleistiftartigen
Konturen in der Ferne ist eine der eigenständigsten Optiken, die Good
Feel je einer Nintendo-Marke gegönnt hat. Den klangatmosphärischen
Teppich webt Komponistin Kumi Tanioka, bekannt aus der »Final Fantasy
Crystal Chronicles«-Reihe und »Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung«. Er
sitzt von der ersten Minute an, und mit zehn bis fünfzehn Stunden
Hauptspielzeit sowie ordentlich Extrainhalt für
Komplettierungsbegeisterte ist Enzos Wälzer außerdem ein überraschend
dicker Schmöker.
»Yoshi and the Mysterious Book« ist das seltenste aller Dinge: ein
Spiel, das man nicht bezwingt, das man bewohnt. Good Feel hat mit jedem
ihrer Titel bewiesen, dass Kreativität und handwerkliche Hingabe keine
Widersprüche sind, und hier übertreffen sie sich selbst. Die Buchseiten
stecken voller Ideen, die Kreaturen sind zum Verlieben, und die
Präsentation ist schlicht das Schönste, was Yoshis grüne Füße je
betreten haben. Wer sich darauf einlässt, mit offenem Blick statt mit
Zielorientierung durch Enzos Seiten zu streifen, erlebt eines der
charmantesten Abenteuer, die die Switch 2 bislang zu bieten hat. Einfach
aufschlagen und loslaufen.