007 First Light
Seit IO Interactive 1998 in Kopenhagen das Licht der Welt erblickte, hat das dänische Studio genau eine Spezialität kultiviert: Menschen lautlos in Anzügen töten lassen, und dabei so viel Stil beweisen, dass man fast vergisst, was man da eigentlich treibt. Mit »007 First Light« tauscht das Studio Agent 47 gegen einen noch grüneren Agenten ein, und das Ergebnis ist verblüffend gut. Denn wer jahrelang gelernt hat, wie man Schleichen zur Kunstform erhebt, weiß offensichtlich auch, wie man einen jungen James Bond so in Szene setzt, dass man ihm vom ersten Moment an alles abnimmt.
»007 First Light« erzählt, wie aus einem ungestümen Marine-Kadetten der kühlste Geheimagent der Filmgeschichte wird, und das fühlt sich kein bisschen nach Pflichtübung an. Man schleicht, ermittelt, boxt, täuscht und fährt Aston Martin, wobei Letzteres selbstverständlich am wenigsten erläuterungsbedürftig ist. Abwechslungsreiche Wege durch die Missionen, cineastische Schauplätze rund um den Globus und ein Titelsong von Lana Del Rey, der vermutlich mehr Bond-Atmosphäre hat als die Hälfte aller offiziellen Filmtitel der letzten zwanzig Jahre.
Wer sich bisher fragte, warum es seit über einem Jahrzehnt kein anständiges Bond-Spiel gab, bekommt hier seine Antwort: Man hat einfach auf IO Interactive gewartet. Zu Recht. »007 First Light« ist das Spiel, das die Lizenz zum Töten endlich mit der Lizenz zum Staunen verbindet. Den Namen hat Bond sich damit mehr als verdient.