Was wollen Sie noch erreichen? Im November 2023 traten Sie für ein halbes Jahr in Las Vegas auf. Spornt Sie so etwas an?
Ja, Vegas war etwas Neues. Aber mir geht es weniger darum, etwas zu erreichen, als einfach etwas zu kreieren und es mit den Fans zu teilen. Darin besteht die eigentliche Herausforderung für mich.
Viele Ihrer Kolleginnen beklagen sich über Altersdiskriminierung durch die Medien, die alles ab 40 oder 50 schlichtweg ignorieren. Haben Sie damit auch schon Erfahrungen gemacht
oder trotzen dem erfolgreich?
Das ist nicht die Motivation hinter diesem Album. Aber ich bin hocherfreut, dass »Tension« diese Theorie auf den Kopf stellt. Nicht dass ich aktiv danach gestrebt hätte. Doch diese Einstellung, die wirklich diskriminierend ist, muss sich ändern – und das scheint sie zu tun, was gut ist.
Also leistet »Padam Padam», Ihre erfolgreichste Single seit Jahren, da Pionierarbeit, weil sie zeigt, dass man die Pop-Charts auch noch mit 55 stürmen kann?
Ganz genau. Dieser Erfolg hat mich wirklich überrascht – genau wie die Tatsache, dass der Song auch vom sogenannten Jugendradio aufgegriffen wurde. Und wie erfrischend ist es, dass er da kritiklos hingenommen wird. Wobei ich ohnehin der Meinung bin, dass die Jugend längst nicht mehr so engstirnig denkt, wie man annimmt. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich selbst mit 20 dachte: »Gott, jeder über 40 ist einfach nur alt.« Insofern verstehe ich, wo das herkommt. Nur: Heutzutage ist die Jugend allein deshalb viel offener, weil sie mit so vielem konfrontiert wird – und weil sie weiß, dass es nicht cool ist, voreingenommen zu sein.