Brave New Wonders
Als Factory-Automation-Spiele seit »Factorio« eine treue, aber anspruchsvolle Fangemeinde gefunden haben, kennt man das Bild: Menschen, die Förderbänder optimieren wie andere Leute Sudoku lösen, und dabei ein breites Grinsen im Gesicht tragen. Das Torontoer Studio City From Naught, bekannt für die Detektiv-Adventure-Reihe »Keyword«, dreht das Genre mit »Brave New Wonders« nun um einen entscheidenden Kniff: Hier gibt man seinen Automaten einfach in natürlicher Sprache Anweisungen, auf Englisch, Deutsch oder jeder anderen Sprache, und lässt sie die Arbeit erledigen.
Die Welt selbst ist jahrtausende nach dem Kollaps der Erde entstanden, ein Ozean aus schwebenden Inseln und Ruinen, in dem lokale Gemeinschaften Steampunk-Technologie mit asiatisch inspirierter Architektur verbinden. Ein fliegender Koloss namens Airborne Wonder dient als rollende Basis, von der aus man Ressourcen abbaut, Fabriken hochzieht und monumentale Megastrukturen errichtet, die das Spielgeschehen grundlegend verändern. Das Textbefehlssystem läuft über ein KI-Modell, das ausschließlich Befehle in Verhaltensgraphen übersetzt, kein einziges Kunstwerk, kein Musikstück und keine Story wurden dabei mit generativer KI erstellt.
»Brave New Wonders« ist auf PC erhältlich, eine umfangreiche Demo ist bereits auf Steam verfügbar, deren Tutorial je nach Spielweise vier bis acht Stunden in Anspruch nehmen kann. Wer schon immer wissen wollte, wie sich eine Fabrikdirektion anfühlt, die man per Zuruf leitet, bekommt hier die vermutlich originellste Antwort des Jahres.