Fina, die mysteriöse junge Frau mit Amnesie, stößt früh zur Gruppe. Die Dramaturgie folgt klassischen Final Fantasy-Pfaden, Geheimnisse stapeln sich, Verbündete kommen und gehen, und das Drama wächst genau dann, wenn man gerade denkt, die Geschichte habe sich eingerichtet. Was fehlt, ist die erzählerische Dichte der nummerierten Hauptteile. Was dafür da ist, trägt mehr als genug.
Das Kampfsystem verdient die meiste Aufmerksamkeit. Rundenbasiert, mit einem Schwächen-Schock-System, das jedem Kampf taktischen Tiefgang verleiht: Schwachstellen ausnutzen, Gegner in den Schock-Zustand treiben, Bonusphasen sichern, dann Resonanzangriffe zünden. Der Ablauf liest sich trocken, fühlt sich aber wie ein gut geöltes Uhrwerk an, das immer schneller dreht. Das Visionen-System trägt zusätzlich: Ikonen aus der Seriengeschichte, darunter Cloud, Lightning und der Krieger des Lichts, sind keine Dekoration, sie formen das Kampfprofil der Hauptcharaktere aktiv. Jede Vision bringt eigene Fähigkeiten mit, wächst mit zunehmender Nutzung und schärft die Strategie der ganzen Gruppe. Wer tiefer gräbt, findet ein Customizing-System, das für viele Stunden beschäftigt.
Was Square Enix mit dem HD-2D-Stil hier erreicht hat, ist der bisher konsequenteste Einsatz des Formats. Die Pixel-Sprites bewegen sich vor einem dreidimensional animierten Hintergrund, dynamische Kameraperspektiven schieben sich in Kampfszenen hinein und erzeugen einen Kinosaal-Effekt, den man in dieser Form noch nicht gesehen hat. Die Welt von Lapis wirkt dadurch wie ein lebendes Panoramabild: Luftschiffe, die über Dörfer ziehen, Höhlen, deren Tiefe sich erst beim näheren Hinsehen erschließt. Auf der Switch 2 läuft das alles bemerkenswert geschmeidig, technisch ist »Final Fantasy Resonance« das ausgereifteste HD-2D-Spiel auf dieser Plattform.