Crushed In Time
Das Studio Draw Me A Pixel hat sich vor einigen Jahren einen Namen gemacht, indem es ein Spiel veröffentlichte, das die ganze Zeit über vehement bestritt, eines zu sein. »There Is No Game: Wrong Dimension« hieß das gute Stück, und in einer seiner denkwürdigsten Episoden tauchten dort Sherlock Holmes und Dr. Watson auf. Offenbar haben die beiden so überzeugt, dass sie nun ihr eigenes Abenteuer bekommen: »Crushed In Time«. Diesmal gibt es keine Ausreden mehr, es ist tatsächlich ein Spiel, und zwar ein herrlich verschrobenes Point-and-Click-Abenteuer.
Die Prämisse ist so meta, dass einem leicht schwindelig wird: In einem Entwicklerstudio ist gerade das neue Sherlock-Holmes-Spiel erschienen, als prompt eine seiner Figuren spurlos verschwindet. Holmes und Watson müssen also einen Fall lösen, der die Raum-Zeit-Grenzen ihrer eigenen Welt sprengt, und reisen dafür mitten ins Herz der Spielentwicklung, durch die verschiedenen Stadien ihrer eigenen Entstehung. Der Clou steckt im Namen: Das Gameplay ist elastisch, Sie greifen, ziehen und lassen los, um die beiden Detektive durch ihre Ermittlung zu manövrieren.
Draw Me A Pixel bewirbt das Ganze mit einer Selbstironie, die ihresgleichen sucht, und behauptet etwa, die Dialoge seien von echten Menschen eingesprochen, ganz natürlich und ohne Zusatzstoffe, während die Rätsel höchstens drei Neuronen beanspruchten, weil die Entwickler darüber hinaus selbst nicht mehr mitkamen. Wer schon bei »There Is No Game« Tränen gelacht hat, weiß, dass hinter dem Quatsch ein durch und durch cleveres Spieldesign steckt. »Crushed In Time« ist ein Fest für alle, die Humor, Meta-Ebenen und gute Point-and-Click-Tradition lieben.