»Man kann die beiden nicht vergleichen.« Sagt er. Sie sagt: »Egal!« Dann wird diskutiert. Über die Messbarkeit des Fahrspaßes ganz generell. Über ungeschriebene Gesetze, wie dem, wonach man mit einem Auto aufgrund des höheren Gewichts die zehnfache Leistung benötigt, um auf das Niveau eines Motorrads zu kommen. (Was in dieser Konstellation mit mehr als 1.000 PS im Lamborghini und 111 PS bei der Ducati ziemlich exakt zutrifft, Anm. d. Red.). Auch das Stichwort Driver Engagement fällt. Und da ist sie wieder, die Körperlichkeit.
»Beim Motorradfahren bestimme ich alles mit dem Körper«, sagt sie, »und gleichzeitig begrenzt meine körperliche Leistungsfähigkeit auch meine Fahrleistung. Beim Lamborghini ist das ein wenig anders. Hier kann ich Kurvengeschwindigkeiten fahren und auch Verzögerungswerte auf der Bremse erreichen, die ich auf dem Motorrad körperlich gar nicht halten könnte, selbst wenn es die Technik hergeben würde.« Er nickt. Und ergänzt: »Gleichzeitig spürst du aber auch etwas weniger. Kein Wind, der gegen den Körper drückt, keine Sonne, die dir auf die Unterarme brennt.« Jetzt nickt sie. Er erwähnt beiläufig die 370 km/h, die er mal zu Testzwecken auf dem 300 PS Turbo-Monster Kawasaki H2R fuhr. Da nickt sie nicht mehr. Vielmehr stellt sich spontan so eine Autoquartett-Stimmung ein. »Im Lamborghini wird es zäh ab 350 km/h«, sagt sie und zuckt mit den Schultern.