Das machen andere Hersteller auch.
Richtig. Aber wir müssen niemanden um Erlaubnis bitten, wir machen es einfach. Die Konzeptfahrzeuge, die wir rund um das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gebaut und vorgestellt haben, waren mit niemandem abgesprochen. Der Chairman sah den Box Buggy tatsächlich zum ersten Mal in Le Mans vor unserer Hospitality, er wusste bis dahin nicht, dass wir ihn bauen. Genauso beim Motorsport: Der Einstieg wurde per E-Mail entschieden. Ich schrieb, was es uns kosten würde, nach vier Tagen kam die Antwort, zwei Buchstaben: »Ok«. Das war Ende August 2024. Wir starteten von null, ohne Motor – und fahren jetzt in der laufenden Langstrecken-Saison in der Hypercar-Klasse für Prototypen.
Sie haben viele Freiheiten.
Ich sehe mich eher als eine Art Coach. Ich gebe die Richtung vor und setze Impulse. Ich liebe es, mit einem großen Team zu arbeiten, weil es mir die Möglichkeit gibt, viele Dinge auszuprobieren. Ich bin sehr neugierig und will sehen, was passiert, wenn wir dies oder jenes versuchen. Dabei spekuliere ich immer auf sogenannte Happy Accidents, Fehler, aus denen sich plötzlich etwas entwickelt. Schlechtes Design kann an schlechten Designern liegen, aber es kann auch ein Hinweis auf schlechtes Management sein. Man braucht ein Management, das der Designabteilung hohes Vertrauen schenkt und ihr die Freiheit zum Spiel gibt. Ich habe schon immer ein bisschen gegen das System gearbeitet, auch hier bei Hyundai führe ich meine Leute, als wäre es mein Unternehmen, nicht mit dem Mindset eines Angestellten. Den Lamborghini Murciélago habe ich nicht für Lamborghini gemacht, sondern für mich. Das kann ich aber nur, wenn ich mich zu hundert Prozent mit einem Produkt identifiziere.