Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden
Man kennt das: Eine Insel, ein paar schillernde Persönlichkeiten, viel zu viel Freizeit und die unausgesprochene Hoffnung, dass es irgendwann eskaliert. »Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden« ist im Grunde genau das, nur ohne Kamerateam und mit deutlich besseren Frisuren. Sie erschaffen Ihre eigenen Bewohner, werfen sie in ein gemeinsames Biotop und lehnen sich zurück, während sich Freundschaften bilden, Beziehungen entstehen und gelegentlich alles implodiert. Wer schon einmal fünf Minuten „Love Island“ ausgehalten hat, fühlt sich hier sofort heimisch.
Was zunächst wie harmlose Lebenssimulation wirkt, entwickelt schnell eine ganz eigene Dynamik. Sie verteilen Essen, Kleidung und Ratschläge, während Ihre Miis anfangen, ein Eigenleben zu führen. Gespräche laufen aus dem Ruder, Geständnisse passieren zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, und plötzlich steckt jemand in einer Dreiecksbeziehung, die Sie so nie geplant hatten. Man greift ein, schlichtet, vermittelt und merkt dabei, dass man längst mehr Produzent als Spieler ist.
Je mehr Bewohner Ihre Insel bevölkern, desto dichter wird das soziale Geflecht. Wohngemeinschaften entstehen, Gerüchte machen die Runde, und irgendwo wird immer gerade jemand emotional überfordert. Dazu kommen eigene Designs, kleine Eigenheiten und ein Nachrichtensender, der den Inseltratsch zuverlässig weiterverwertet. Am Ende steht ein Spiel, das sich anfühlt wie eine Reality-Show, die nie abgesetzt wird und genau deshalb so schwer loszulassen ist.