Verho – Curse of Faces
Bevor From Software mit »Dark Souls« das Genre neu definierte, gab es »King's Field«: düstere, atmosphärisch dichte First-Person-Dungeon-Crawler für die erste PlayStation, in denen weniger erklärt als gespürt wurde. Kasur Games, ein polnisches Indie-Studio, hat sich dieser vergessenen Tradition angenommen und mit »Verho – Curse of Faces« ein Dark Fantasy RPG gebaut, das nicht so tut, als hätte die 32-Bit-Ära nie existiert. Das Spiel hat sich auf dem PC schnell eine treue Fangemeinde erspielt und erscheint schon bald auch auf Konsolen.
Der Schauplatz ist Yariv, eine Welt, in der das unbedeckte Gesicht schlicht zum Tod führt. Ein Fluch zwingt alle Bewohner, Masken zu tragen, und diese Masken sind gleichzeitig Klassensystem: Wer eine wuchtige Kriegermaske trägt, kämpft anders als jemand hinter der Rüstung eines Magiers. Das Besondere ist die Freiheit, die das System bietet: Die Startwahl legt nichts fest, die Charakterentwicklung bleibt in jede Richtung offen, und New Game Plus lädt dazu ein, Yariv beim nächsten Durchlauf mit einer komplett anderen Identität zu erkunden.
Die bewusst grobe PlayStation-1-Ästhetik ist dabei kein Zufall, sie verstärkt die bedrückende Grundstimmung und gibt »Verho – Curse of Faces« eine Identität, die man unter hundert anderen Dungeon-Crawlern sofort wiedererkennen würde. Wer dem Genre nachtrauert, in dem das Dungeon mehr erzählt als jeder Dialog, findet auf Konsolen ab dem 30. Juli seinen neuen Lieblingsort.