Bubsy 4D
Es gibt Comebacks, die man feiert. Und es gibt Bubsy. Eine Figur, die in den 90ern so lange »What could possibly go wrong?« in die Welt gebrüllt hat, bis die Welt irgendwann geantwortet hat: alles. Wirklich alles. Sein erster 3D-Ausflug war weniger Spiel als Mahnmal, ein digitaler Unfall, den man sich damals mit derselben Faszination angesehen hat wie einen schief hängenden Fernseher im Elektromarkt. Und genau dieser Bubsy kehrt jetzt zurück und hat nach über 20 Jahren verstanden, wie Videospiele funktionieren.
Der Grund dafür hat einen Namen: Fabraz. Ein Studio, das Plattforming nicht als Pflichtübung betrachtet und viel mehr als Spielplatz. Die Macher hinter den grandiosen »Demon Tides« und »Demon Turf« lassen Bewegung sprechen und geben Bubsy ein Moveset, das fast schon respektlos gut ist. Doppelsprung, Gleiten, präzise Angriffe und die absolut absurde Idee, sich in einen rollenden Haarball zu verwandeln, greifen ineinander wie ein übermotivierter Speedrun-Guide. Man springt nicht mehr von Plattform zu Plattform, man improvisiert, stolpert elegant durch die Luft und merkt irgendwann, dass man gerade freiwillig Stilpunkte sammelt. Mit Bubsy. Dieser Satz fühlt sich immer noch falsch an.
Und dann passiert das Unfassbare: Es macht richtig Spaß. Nicht ironisch, nicht aus nostalgischer Verklärung heraus, sondern ernsthaft. Die Level sind clever gebaut, die Steuerung sitzt, und das Tempo zieht genau so an, wie es soll. »Bubsy 4D« ist kein Gag, kein Experiment und auch keine Entschuldigung. Es ist ein gutes Spiel. Vielleicht sogar ein sehr gutes. Und irgendwo sitzt vermutlich jemand, der damals »Bubsy 3D« entwickelt hat, schaut sich das an und denkt sich: Das hätten wir auch gern so gemacht.