Outbound
Es gibt diese eine Person im Freundeskreis, die irgendwann sagt: »Ich kaufe mir einen Van und lebe einfach unterwegs.« Man nickt höflich, denkt an leere Akkus, kalten Kaffee und die erste Nacht ohne WLAN und wechselt das Thema. »Outbound« nimmt genau diese Idee und setzt sie einfach um. Ohne Ausreden.
Das liegt auch daran, dass Square Glade Games hier sehr genau weiß, was das Spiel eigentlich sein will. Ihr Camper ist kein Fortbewegungsmittel, er ist Ihr gesamtes Setup. Sie platzieren Solarpanels aufs Dach, stellen Windturbinen daneben, bauen Arbeitsstationen in den Innenraum und legen draußen kleine Beete an. Energie kommt nicht aus einer abstrakten Leiste, sie muss erzeugt, gespeichert und sinnvoll verteilt werden. Wer alles gleichzeitig betreibt, sitzt im Dunkeln. Wer clever baut, hat Licht, Küche und Werkbank gleichzeitig am Laufen.
Sie fahren los, halten an, sammeln Holz, Metall und Kabel, bauen Solarplatten aufs Dach und reißen eine halbe Stunde später alles wieder ab, weil die Stromversorgung doch nicht so genial war wie gedacht. Der Camper wächst mit jeder Tour ein Stück weiter, wird Werkstatt, Garten, Küche und irgendwann fast schon ein rollendes Zuhause. Im Koop verwandelt sich das Ganze schnell in eine wunderbar chaotische Baustelle voller Ideen. Eine Person kümmert sich um Pflanzen, die nächste optimiert Generatoren und irgendwer hat längst einen Hund adoptiert, der selbstverständlich wichtiger ist als jede Bauplanung. Ständig gibt es etwas umzubauen, auszuprobieren oder effizienter zu machen. Und irgendwann schaut man auf diesen völlig zusammengewürfelten Van und denkt: Genau so sollte Roadtrip-Gaming aussehen.