Was macht die Chalet Edition eigentlich so besonders – und was fällt einem am Auto sofort auf?
The Gstaad Guy: Ich fange mit der zweiten Frage an. Die Absicht bei dem, was sofort auffällt, ist: sehr wenig. Aus der Ferne soll es einem Chalet in den Schweizer Alpen ähneln. Es soll eher unaufdringlich sein. Ein Bentley Bentayga ist als Auto natürlich ein Statement, aber die Spezifikation ist aus der Ferne eben nicht »die Spezifikation«: Von Weitem sieht der Wagen aus wie ein typisches Steingrau. Wenn die Sonne darauf fällt, bekommt er einen leicht grünlichen Schimmer – wie das natürliche Felsgestein im Gebirge, sehr mineralisch, mit diesem leichten Grünstich. Erst aus der Nähe bemerkt man die Details. Der untere Teil des Wagens hat ein erdbraunes Finish, dazu ein roter Streifen, inspiriert von einer Alpenrose. Und richtig zur Geltung kommt das Auto, wenn man ganz nah herangeht. Der Innenraum zum Beispiel ist so gestaltet, dass er die verschiedenen Brauntöne des Chalet-Holzes nachahmt. Es ging uns darum, einem Chalet-Interieur so nahe wie möglich zu kommen, mit dem Komfort und der Haptik des Bentley-Leders. Dazu kommt der Kontrast des Rots, das man hier an meinem Sicherheitsgurt sieht, an der Einfassung des Kissens, an der Alpenrose auf der Kopfstütze, dazu ein sehr zurückhaltendes Branding. Hugo und ich waren uns im Designprozess wirklich einig: Die Exzellenz, der Luxus, muss hier im Detail liegen. Wir wollen kein großes Logo an der Seite. Wir drehen nicht durch mit irgendeiner schreienden Farbe, die ruft: »Schau mich an, ich bin das Chalet.« Es sollte für diejenigen wahrnehmbar sein, die nah genug herankommen, um sich dafür zu interessieren. Aber vor allem hatten wir den Fahrer im Blick. Der Bentayga ist auf dem Beifahrersitz großartig, aber am besten ist er, ehrlich gesagt, als Fahrer. Ein Auto für Connaisseurs, wie alle Bentleys.
Hugo, waren Sie eigentlich schon einmal in Gstaad?
Chizlett: Nein. Aber genau das ist das Schöne daran, mit jemandem wie dem Gstaad Guy zusammenzuarbeiten: Er kann diese Emotion transportieren, die Gstaad ausmacht. Durch ihn hatte ich das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein. Das meine ich, wenn ich sage, dass der Prozess so reibungslos und flüssig war. Das Gefühl und die Nuancen, die The Gstaad Guy ausstrahlt – so, wie ich sie aufnehme, werden auch die Menschen, die dieses Auto sehen, es verstehen.
Und wie packt man dann konkret ein Chalet in einen Bentley, ohne dass es sich anfühlt wie ein Themenhotel auf Rädern?
Chizlett: Es ging ausschließlich um Nuancen. Das war’s. Eine »If you know, you know«-Haltung: Wir müssen nicht aller Welt von diesem Auto erzählen. Wer es wissen muss, versteht es sofort. Wer dasselbe Mindset hat, ohnehin. Wer dagegen den satinschwarzen, richtig lauten, protzigen Bentayga will, bekommt seinen Bentley beim Commissioning-Prozess. Dieses Chalet Car steht dann am entgegengesetzten Ende des Spektrums.