Herr Viera, Sie arbeiten seit Jahren rund um den Globus mit Actionstar Jason Momoa. Jetzt sieht man Sie immer häufiger in den österreichischen Alpen, im Mount Med Resort. Ist das Training hier vergleichbar mit einem Hollywood-Filmset?
Die Intensität ist eine völlig andere, und auch die Rahmenbedingungen. Am Filmset ist alles extrem »extern« und unmittelbar. Ein Schauspieler muss seine Marke treffen, und wenn Stunt-Tag ist, muss diese Performance wieder und wieder wiederholt werden, bis sie perfekt aussieht und sich perfekt anfühlt. Das ist reiner Verschleiß. Die Arbeit im Mount Med ist eher »intern«. Wir arbeiten hier viel mit Gründern und Unternehmern – Menschen, die etwas Großes aufgebaut haben.
Aber haben diese Menschen nicht denselben Biss, dieselbe Hartnäckigkeit wie ein Actionstar?
Absolut, aber sie haben diesen Biss jahrelang in ihr Business gesteckt und dabei oft ihren Körper vernachlässigt. Ein Filmstar braucht Ästhetik; manchmal muss er aussehen wie ein Gott. Ein CEO dagegen muss sich oft erst wieder mit sich selbst verbinden und ein Restorationsprogramm starten, das auf ihn zugeschnitten ist. Dann erst kommt der Schwung. Es braucht enormen Mut, aus der Komfortzone herauszutreten und zuzugeben: »Ich habe keine Ahnung, wie ich meine Hüften öffne, um meine Rückenschmerzen loszuwerden.« Wenn diese Gäste zu uns kommen, kommen sie so, wie sie sind. Das ist wahrer Biss: das Ego an der Tür abzugeben.
Sie sagen oft, Gesundheit sei der ultimative Reichtum. Klingt das nicht ein bisschen nach Kalenderspruch?
(lacht) Vielleicht. Aber schauen Sie sich die Geschichte an: Marlon Brando, Elvis, sogar Steve Jobs. Gesundheit ist der ultimative Reichtum. Das Streben nach Reichtum ist oft gesünder als das Erreichen davon, denn während des Aufstiegs wird man mental, spirituell und körperlich gefordert. Man zahlt einen Preis. Ist man erst oben angekommen, werden Erholung, Langlebigkeit und Vitalität zum neuen Ziel. Unser Ziel im Mount Med ist es, gesunde Empire-Builder zu formen.
Was ist der größte Fehler, den »Normalsterbliche« machen, wenn sie versuchen, gesund zu werden? Verlassen wir uns zu sehr auf Social Media?
Oh Mann, ich bin selbst ein Opfer! Ich bin gerade 50 geworden, und davor habe ich ein ganzes Jahr lang Instagram abgeschaltet. Man glaubt, klüger zu werden, weil man anderen beim Reden über Gesundheit zuhört. Aber Wissen ist nicht Weisheit. Weisheit kommt aus Erfahrung. Man muss den Weg tatsächlich gehen, nicht nur durch ihn scrollen. Jason Momoa sieht so aus, weil er die Arbeit macht. Was die Leute nicht sehen, ist, dass er jeden einzelnen Tag Schmerzen hat, wegen der Stunt-Arbeit und wegen des knallharten Wellness-Lifestyles, den es braucht, damit er überhaupt stehen kann.