Das Kampfsystem setzt auf dem Vorgänger auf und baut es mit echtem Ehrgeiz weiter. ATB-Leiste, Materia in allen Farben und Funktionen, und neu: Synchro-Fertigkeiten, bei denen zwei Charaktere gemeinsam angreifen, koordiniert und wuchtig. Wer tief einsteigt, findet taktische Tiefe, die weit über die actionreiche Oberfläche hinausgeht. Wer einfach erleben will, kommt ebenfalls durch.
Irgendwann merkt man, dass seit Stunden kein einziger Story-Fortschritt gemacht wurde. Das Gold Saucer ist daran schuld: Chocobo-Rennen, Kampfarena, Queen's Blood, ein Kartenspiel mit 145 sammelbaren Karten, das Regisseur Naoki Hamaguchi so gut gefällt, dass er öffentlich über künftige Erweiterungen nachgedacht hat. Dazu kommen 36 Alleskönner-Aufträge, die sich über alle Regionen verteilen und direkt auf die Verbundenheit zu den Begleitern einzahlen. Man erledigt sie nicht für die Belohnungen. Man erledigt sie, weil man möchte, dass Aerith einen anlächelt.
Nobuo Uematsu, der den Original-Soundtrack 1997 allein schrieb, ist mit dem Titelsong »No Promises to Keep« wieder dabei, flankiert von einem Team aus mehr als einem Dutzend Komponisten. Bekannte Themen tauchen in neuer Form auf, neue Stücke fügen sich bruchlos ins Klangbild ein, und irgendwann reitet man durch eine Wiese und merkt, dass man einfach nur der Musik zuhört. Die deutsche Sprachausgabe bringt dasselbe Ensemble wie »Remake«: Felix Mayer als Cloud, Florian Hoffmann als Sephiroth, für die gesamte Trilogie gesetzt.