Unsere Veranstaltung hier soll zeigen, wie alltagstauglich und bequem ein Supercar wie der McLaren Artura sein kann. Das hätte ich ihnen auch so sagen können, freilich nicht in ausgesuchten Marketing-Terms wie: »Multi layered driving experience.« »Intelligent and emotive.« »How we are everything from performance to luxury.« »Bringing together people who care.« (»Not just cars, also thinking.«)
Danke, Leute, wir haben kapiert. Supercars müssen nicht ununterbrochen schnell, riskant und am Rande des Führerscheinentzuges bewegt werden. Sie besitzen Qualitäten der Ästhetik, von Robustheit, Orientiertheit und Kompromisslosigkeit, die schon beim stehenden Auto beginnen.
Im Artura ist man sofort heimisch. Ein Dogma wurde allerdings verlassen: Man sieht die vorderen Radüberwürfe nur ansatzweise. McLaren hat bisher immer betont und umgesetzt, dass der Fahrer das Auto optisch einschätzen können muss. Immerhin sehe ich so nicht die Eigenfarbe des mir zugewiesenen Artura: Lila.
Die Sitze sind großartig. Elektrisch verstellbar, vor allem aber hat man sich das Lotus-Konzept angeeignet, wobei der Körper gleichmäßig unterfangen ist wie in einer Hängematte. Das sorgt für entspanntes, präzise eingewohntes Ruhen im Gehäuse. Man wird eins mit dem Auto, was auch Beifahrerinnen zu schätzen wissen.
Auf dem Weg zurück von Hyll Hotel und dem Lunch in Daylesford Organic, wo Kolleginnen, Kollegen und ich in gehobenem Lifestyle unterrichtet wurden (»Sleep as you felt guilty about« als unfehlbare Schlafgutein-Methode), teilt man mir eine imposante Dame zu, die ich für eine Art Cop hielt. Bald stellt sich heraus, dass sie Supercar Driver Experience Coach bei McLaren ist und am letzten GP-Wochenende den World Champion (i. e. Lando Norris) interviewen würde.
Während ich ihr mansplain-typisch demonstriere, wie Derek Bell meine Lenkradhaltung im Bentley Continental GT Speed kommentierte, greift sie ganz selbstverständlich ins Rad, weil ich (typisches Kontinentalverhalten im Linksverkehr), reichlich nahe an den Fahrbahnrand geraten bin. Mit einer tausendemal geübten Lässigkeit, ohne das weiter zu betonen, beeindruckte sie mich mit einer Probe ihres Könnens, ohne eine große Sache daraus zu machen.
Übrigens sind achtzig Prozent aller Straßen-McLaren Rechtslenker.