Und so bewegt sich auch die neue Herrenkollektion immer wieder zwischen vermeintlichen Gegensätzen. Präzise, aber nicht steif. Großzügig, aber nicht beliebig. Urban, mit deutlichen Fluchtgedanken Richtung Süden. Oder anders gesagt: angezogen, ohne angezogen auszusehen.
Und das ist bekanntlich eine der schwierigeren Übungen überhaupt.
Die Reise beginnt noch recht ordentlich in der Stadt. Weite Anzüge, Lederjacken, Hemden, Mäntel. Die Silhouetten haben Struktur, bekommen aber Luft. Hosen fallen großzügig, Sakkos verlieren ihre geschäftliche Strenge, und irgendwann tauchen unter all dem auch noch Sandalen auf. Ein ziemlich schöner Hinweis darauf, dass niemand vorhat, nach dem Lunch wieder ins Büro zu gehen.
Je weiter es gedanklich Richtung Mittelmeer geht, desto lockerer werden die Regeln. Strick wird ärmellos, Hemden öffnen sich ein paar Knöpfe weiter, Volumen werden großzügiger. Gewaschenes Leinen, leichte Seide und strukturierte Baumwolle treffen auf fließende Stoffe; Ton-in-Ton-Jacquards, Flechtoptiken, Strick und Streifen sorgen dafür, dass die Sache trotz aller sommerlichen Leichtigkeit genügend Tiefe behält.
Materialien also, die nicht nur gut aussehen wollen, sondern offensichtlich auch etwas gegen die Vorstellung haben, Sommermode müsse zwangsläufig nur aus T-Shirts.
Sehr sympathisch.