Es gab Zeiten, da konnte man im Auto die Temperatur einstellen, ohne vorher ein Untermenü zu öffnen. Man drehte einfach an einem Regler. Fertig. Fast schon revolutionär. Dann kam die Digitalisierung. Und mit ihr die Vorstellung, dass möglichst viele Bildschirme automatisch möglichst viel Fortschritt bedeuten. Klimaanlage, Sitzheizung, Lautstärke – alles verschwand zunehmend hinter glänzenden Glasflächen.
Schick anzusehen. Nur? Nicht immer ganz so praktisch.
Weniger wischen. Mehr fahren.
Auf der Automotive Design & In-Cabin Expo North America, die vom 27. bis 29. Oktober 2026 in Michigan stattfindet, beschäftigt sich die Automobilindustrie nun mit einer bemerkenswerten Frage: Muss die Zukunft der Fahrzeugbedienung wirklich vollständig digital sein?
Mel Roberts von Stellantis widmet sich in ihrem Vortrag »The Great Interface Rebalance« genau diesem Thema. Ihr Ansatz: analoge Bedienelemente, adaptive Benutzeroberflächen sowie personalisierte Funktionen sinnvoll miteinander kombinieren. Für eine Bedienung, die intuitiver ist und weniger ablenkt.
Denn wer bei 130 km/h erst die richtige Bildschirmfläche treffen muss, wünscht sich möglicherweise einen guten alten Drehregler zurück.
Fortschritt auf Knopfdruck?
Dass die Diskussion längst über Fachkonferenzen hinausgeht, zeigt auch Porsche. Mit der Studie Mission S rückt die Marke wieder physische Bedienelemente und ein fahrerorientiertes Cockpit in den Mittelpunkt. Finden wir dann richtig gut.
Dabei geht es mitnichten darum, digitale Technologien aus dem Auto gänzlich zu verbannen. Navigation, Assistenzsysteme und intelligente Funktionen haben schließlich ihren guten Grund.
Die entscheidende Frage ist vielmehr, welche Funktionen einen Bildschirm brauchen. Und welche mit einem einzigen Handgriff besser bedient wären.
Vielleicht besteht die nächste große Revolution im automobilen Innenraum also gar nicht aus noch mehr Displays, künstlicher Intelligenz oder animierten Menüs.
Sondern aus einem Knopf. Den man drücken kann. Ohne hinzusehen.