Apropos Licht: Eine Frontbeleuchtung sucht man vergeblich. Das ist
eine bewusste Entscheidung und keine Sparmaßnahme. E Ink lebt von
reflektiertem Licht, und am Strand spielt der X3 seine Stärke voll aus,
während jedes Hochglanz-Handy kapituliert. Geladen wird per magnetischem
Pogo-Pin-Stecker. Einen USB-Anschluss gibt es nicht, was Puristen freut
und Kabelchaoten zur Verzweiflung treibt. Eine Ladung hält je nach
Lesepensum gut anderthalb bis zwei Wochen.
Richtig interessant wird der X3 für alle, die in einem Gerät mehr
sehen als ein Produkt, nämlich eine Einladung. Er kommt als Developer Edition und lässt sich nach Herzenslust mit eigener
Software bespielen. Die Community hat längst alternative Firmwares gebaut, beispielsweise CrossPoint oder CrossInk, die Schriftgrößen, Formatierung und den Import
von Büchern angenehmer macht. Die Werkseinstellung tut, was sie soll,
die wahre Magie liegt in dem, was die Bastlerszene daraus macht. 16 GB
liegen per microSD-Karte bei, erweitern lässt sich der Speicher
problemlos.
Bleibt die Frage, für wen sich das lohnt. Der X3
ersetzt keinen großen E-Reader mit hochauflösendem Display, und das will
er gar nicht. Er ist das Gerät, das man immer dabeihat, weil man kaum
merkt, dass man es dabeihat. Eine Kreditkarte, die statt Finanzen lieber Romane
verwaltet. Ein kleiner Begleiter, der Ihnen täglich dieselbe
leise Frage stellt: schon wieder durch denselben Feed wischen, oder
vielleicht doch ein Kapitel lesen?