Muskelkraft wird zu Strom
Statt klassischer Winschen mit Seilzügen und Hydraulik setzt Hypersail auf Winch by Wire. Die Kraft, die die Grinder an Deck in die Pedale bringen, wird sofort in elektrische Energie umgewandelt und genau dorthin geleitet, wo sie benötigt wird. Ein einzelnes Crewmitglied kann auf diese Weise Lasten von bis zu neun Tonnen bewegen.
Ganz neu ist die Technik übrigens nicht: Das zugrunde liegende Prinzip kommt bereits in den aktiven Fahrwerkssystemen des Ferrari Purosangue und des Ferrari F80 zum Einsatz. Auch die Winch-Lösung basiert auf jenem By-Wire-Ansatz, den Ferrari zuletzt mit dem Manuale-By-Wire-System des neuen 12Cilindri Manuale vorgestellt hat.
Unter Deck übernimmt die Elektronik
Während oben Muskelkraft gefragt ist, arbeitet unter Deck die Software. Ein Flight Controller steuert Foils und Ruderflächen über zwei voneinander getrennte Systeme: Für langsame Grundbewegungen kommt die 800-Volt-Architektur des Ferrari Luce zum Einsatz, schnelle und präzise Korrekturen übernehmen kompakte 48-Volt-Motoren. Beide Systeme laufen ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Sonne und Wind als Crewmitglieder
An Deck liefern rund 100 Quadratmeter
begehbare Solarpaneele Strom. Ihre Position wurde mithilfe von Simulationen so
gewählt, dass sie möglichst viel Sonnenenergie einfangen. Ergänzt wird das
System durch abnehmbare Windturbinen am Heck. Deren Anstellwinkel ist so
ausgelegt, dass sie Energie erzeugen, ohne die Yacht bei hohen
Geschwindigkeiten auszubremsen.
Überschüssiger Strom geht nicht verloren: Er
wird in zwei 800-Volt-Batterien gespeichert und steht genau dann zur Verfügung,
wenn Sonne, Wind oder Muskelkraft nicht ausreichen.