Bemerkenswert offen war Musk beim Thema Sicherheit. Der Roadster sei „nicht unbedingt ein sicherheitsoptimiertes Auto“, mache aber großen Spaß. Man stelle sich vor, Mercedes würde ein neues Modell vorstellen und erklären: Bei der Sicherheit haben wir diesmal nicht alles gegeben, aber Sie werden sich köstlich amüsieren. Vermutlich würde schon vor Ende der Präsentation jemand die Scheinwerfer ausschalten.
Musk scheint die Angelegenheit gelassener zu sehen. Schließlich hat die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren einen beinahe unüberschaubaren Aufwand betrieben, um das Fahren möglichst ereignislos zu gestalten. Autos überwachen Müdigkeit, Abstände, Fahrspuren, Verkehrsschilder und gelegentlich sogar die Stimmung ihres Besitzers. Der Tesla Roadster dagegen möchte offenbar wieder etwas erleben.
Zum Beispiel eine Rolle vorwärts.
Was natürlich interessante Fragen für den Straßenverkehr aufwirft. Bislang war die Sache einigermaßen übersichtlich. Autos fahren auf Straßen, Flugzeuge fliegen darüber, Fußgänger versuchen, möglichst unbeschadet dazwischen durchzukommen. Was bedeutet künftig ein Überholverbot? Gilt es auch, wenn man das vorausfahrende Fahrzeug einfach überfliegt? Und wer hat Vorfahrt, wenn ein Tesla von oben kommt?
Auch die Straßenverkehrsordnung dürfte sich über diese Entwicklung freuen. Vielleicht braucht sie ein zusätzliches Schild.
Überholen verboten. Auch senkrecht.
Besonders interessant wäre die Begegnung mit einer gewöhnlichen Geschwindigkeitskontrolle. Ein Tesla kommt mit 180 km/h angeflogen, wird geblitzt und verschwindet anschließend über die nächste Häuserzeile. Die Polizei müsste zunächst klären, ob sie ein Verkehrsdelikt oder einen Verstoß gegen das Luftverkehrsgesetz verfolgt.
Vermutlich beides.