BMW hat ebenfalls entdeckt, dass Fahrfreude durch die Nase geht. Dort heißen die Düfte »The Scent of Bergamood«, »Amberness«, »Woodness« und »Mineralmood«. Besonders hübsch ist die M-Reihe: 1972, 1985 und 2025. Der Duft 1985 erinnert an die Geburt des ersten M3, 2025 fängt die elektrische Ära von BMW M olfaktorisch ein.
Der Verbrennungsmotor mag verschwinden. Vetiver bleibt.
Bei Bentley gibt es »Momentum Unbreakable«, »Majestic Cashmere«, »Magnetic Amber«, »Wild Vetiver« und »Exotic Musk«, insgesamt gut anderthalb Dutzend Düfte. »Silverlake« aus der Herrenlinie soll sich anriechen wie eine Fahrt durch schneebedeckte Gipfel, Wälder und kristallklare Seen.
Was ganz angenehm sein dürfte. Ein authentischerer Bentley-Duft aus Leder, Golfclub-Parkplatz und der dezenten Sorge um die Vermögenssteuer wäre schwieriger zu komponieren.
Porsche Design wiederum verkauft Herrenparfum mit sehr genauen Vorstellungen davon, wie Freiheit riecht. »Pure Life« ist laut Hersteller eine Ode an grenzenlose Unabhängigkeit. Wahre Freiheit, heißt es dort, liege darin, seinen eigenen Weg zu gehen.
Der Mann bekommt dafür Wacholder, Meeresnoten und Zedernholz. Die Frau bekommt Orangenblüte in Lachsrosa. Der eigene Weg ist offenbar geschlechtsabhängig möbliert.
Das Schöne an diesen Düften ist deshalb gar nicht unbedingt der Duft. Es ist die Übersetzungsarbeit.
Eine Automarke muss sich fragen: Wenn wir kein Auto wären, wonach würden wir riechen?
BMW antwortet: nach Dynamik, Historie und Mineralmood.
Bentley: nach Kaschmir und einem Bergsee, an dem niemand parken darf.
Porsche Design: nach Freiheit im Leinenhemd.
AMG: nach Thrill. Dreimal.