Ein Wagen, aus dem man nach acht Stunden Autobahn steigt, ohne das Gefühl zu haben, acht Stunden Autobahn hinter sich zu haben, ist luxuriöser als einer, der einen schneller ans Ziel bringt. Sitzkomfort, Geräuscharmut, gute Luft, schönes Licht: Das Auto kann ein Rückzugsort sein. Dazu Erlebnisse rund um die Marke, Kundenclubs, Übergaben mit Zeremonie, Partnerschaften mit Hotels und Restaurants.
Und der schönste Service ist der, bei dem der Kunde gar nicht merkt, dass sein Auto in der Werkstatt war. Abgeholt, gewartet, zurückgebracht. Zeit geschenkt. Luxus muss nicht immer schneller machen. Manchmal reicht es, wenn er das Leben angenehmer macht.
6. Stammgäste vor Laufkundschaft
Die Top-Kunden sind die, die keinen Tisch reservieren müssen. Ihr Anteil am Luxusmarkt ist in zehn Jahren von 14 auf 24 Prozent gewachsen, und sie lassen sich von keiner Konjunkturdelle aus dem Takt bringen. Der Anteil der Einmalkäufer dagegen soll von rund 60 auf 40 Prozent sinken. Die Zukunft gehört der Beziehung.
Wer den Kunden vom ersten zum vierten Wagen begleitet, braucht keine Rabattschlacht zum Quartalsende. Kaum eine Luxuskategorie hat so viele natürliche Anlässe: Übergabe, erste Inspektion, Reise, Leasingende, Nachfolgemodell, irgendwann der Klassikerstatus. Also behandelt den Kunden nach der Übergabe nicht wie einen abgeschlossenen Vorgang. Die Übergabe ist der Anfang.
Belohnt Treue mit dem, was man nicht kaufen kann: früher Zugang zu Sondermodellen, Einladungen, Begegnungen mit Entwicklern und Designern, der Blick hinter Türen, die sonst geschlossen bleiben. Exklusivität steht bei den Kaufgründen auf Platz 6. Und weil der Kauf auf Reisen an Bedeutung verliert, zählt die Betreuung zu Hause umso mehr.
Übrigens: Neues Geld aus dem Silicon Valley kauft nicht automatisch alten Luxus. Wer die Tech-Millionäre will, muss ihnen etwas erzählen, das sie noch nicht kennen.
Wer dazugehören soll, braucht allerdings mehr als eine Kundenkarte. Und damit sind wir bei der spannenderen Frage.