Die Literaturgeschichte ist voll von Inselstaaten, in denen alles funktioniert, solange niemand zu genau hinschaut. Marumittu Games hat sich diesen Gedanken offenbar zu Herzen genommen und ihn konsequent ins 21. Jahrhundert übersetzt. Statt einer fernen Insel bekommen Sie in »D-topia« eine von künstlicher Intelligenz verwaltete Siedlung, in der Frühstück, Kleidung und Tagesablauf längst durchoptimiert sind. Und weil selbst die klügste KI irgendwann einen Techniker braucht, übernehmen Sie als Shiro den Posten des Facilitators. Offiziell kümmern Sie sich um defekte Serviceroboter, die sogenannten T-Droiden. Inoffiziell reparieren Sie ziemlich schnell auch das, was zwischen den Bewohnern kaputtgeht.
Genau hier zeigt sich, wie geschickt das Entwicklerstudio Marumittu Games die alte Utopie-Idee mit modernem Rätseldesign verzahnen. Tagsüber schuften Sie wie die meisten Bewohner in der Fabrik, wo Reparaturarbeiten als Serie kleiner Logikpuzzle daherkommen. Sie justieren Wetteranlagen, bringen Roboter wieder auf Kurs oder lösen Verkabelungsrätsel, die zunächst wie hübsch verpackte Nebensache wirken. Tatsächlich sind sie der Kitt, der die eigentliche Geschichte zusammenhält, nämlich die vieler Bewohner mit ganz eigenen Sorgen und Widersprüchen. Wer sich auf die Gespräche einlässt, merkt schnell, dass unter der makellosen Oberfläche einiges brodelt, das kein Update so einfach glattbügelt.