Diese Prämisse ist typisch »Ace Combat«: melodramatisch, ein bisschen absurd und trotzdem irgendwie mitreißend. Die Kampagne braucht eine Weile, um Fahrt aufzunehmen, die frühen Missionen werden von Exposition begleitet, die die eigentliche Action ausbremst. Wer aber dabei bleibt, bekommt eine Staffel, die sich tatsächlich anfühlt wie eine Staffel. Tasha Severskaya, Kunstfliegerin aus Yuktobania, übernimmt sofort die Rolle der energiegeladenen Zentralfigur, die man entweder mag oder sehr mag. Professor Baxter, der ruhigere Gegenpol, funktioniert als Korrektiv. Der Kitt dieser Truppe sind die Funkgespräche während der Missionen, und genau dort gewinnt die Geschichte ihre Stärke.
30 Missionen, kein einziger echter Leerlauf. Jeder Einsatz macht strukturell etwas anderes: Tiefflug unter dem Radar, Eskorte unter Beschuss, Angriff auf Landwaffen, die in diesem Universum so absurd dimensioniert sind, dass man kurz vergisst, dass man eigentlich ein Arcade-Spiel spielt. Das Grundprinzip ist dasselbe wie seit Jahrzehnten, anvisieren, Waffe wechseln, abfeuern, aber Bandai Namco Aces hat das Tempo so kalibriert, dass man diesen Loop nie als mechanisch empfindet. Dazu kommt die neue Auflade-Leiste für Spezialangriffe, die nervige Abklingzeiten ablöst und dem Kampf tatsächlich Rhythmus gibt.
Wer nach der Kampagne noch nicht genug hat, findet mit Ace Combat Online einen eigenen Spielmodus, der als separater Fortschrittsbereich komplett neben der Kampagne läuft. Die Air Base funktioniert als Lobby für bis zu 100 Spieler gleichzeitig, inklusive Jukebox mit Tracks aus der gesamten Seriengeschichte und einem virtuellen Arcade. Von dort starten die zwei Kernmodi: Co-Op Assault schickt zwei Viererteams gegeneinander in PvE-Missionen, Co-Op Warfare mischt das mit echten Gegnern auf der anderen Seite. Dazu kommen zeitlich begrenzte Events, unter ihnen Superwaffen-Einsätze, in denen Bosse aus früheren »Ace Combat«-Teilen wieder auftauchen. Wer damit aufgewachsen ist, weiß, was das bedeutet.