Wir alle kennen diese Szene: Der Held geht auf die Kamera zu. Wind. Sonnenuntergang, ein wenig Staub in der Luft. Dann setzt er seine Sonnenbrille auf. Slow Motion. Bringt die Handlung keinen Millimeter weiter. Sieht aber ziemlich geil aus. Im Kino sind solche Momente unverzichtbar. Sie schaffen Atmosphäre. Stil. Charakter. Zumal wir dummerweise nicht von Fakten und Perfektion allein leben. Wir leben von Geschichten.
»Just for the plot« heißt ein Satz, der derzeit durch die Sozialen Medien wandert. Gemeint ist: Man tut etwas nicht, weil es vernünftig ist. Nicht, weil es effizient ist, sondern für die Geschichte.
In unserer Kultur verherrlichen wir die Optimierung. Alles soll planbar und möglichst risikofrei sein. Und gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach dem Umweg. Nach dem Ungeplanten. Nach dem Echten. »Just for the plot« heißt: Ich weiß, das ist nicht unbedingt sehr vernünftig. Aber es erzählt mich besser, als die Vernunft es könnte. Denn Menschen erinnern sich an Sommer. An Reisen. An Begegnungen. An den einen Abend, der alles verändert hat. Der Plot ist die Geschichte, die wir später erzählen. Nicht die Excel-Tabelle, die wir heute führen.
Just for the plot.
In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß!