Die Geschichte selbst braucht ein paar Kapitel, um in Fahrt zu kommen. Das liegt im Wesen der Reihe: »Trails« ist ein langsames Feuer, das sich Zeit nimmt, seine Schurken so gründlich einzuführen wie seine Helden. Wer Geduld mitbringt, wird mit einem der vollständigsten und emotional stimmigsten Erzählbögen belohnt, die das Genre zu bieten hat. Estelles Geschichte findet hier ihren echten Abschluss, emotional aufgeladen und handwerklich tadellos umgesetzt.
Das Kampfsystem verbindet Echtzeit-Gefechte auf dem Feld mit rundenbasiertem »Command Battle«, wenn es ernst wird. Im Feld hauen Sie sich durch Gegner mit Kombos, Ausweichrollen und dem neuen »Brave Rush«, einem Verbindungsangriff zweier Charaktere, der sich nach einer echten Partnerschaft anfühlt. Wer auf einen stärkeren Feind trifft, wechselt in den taktischen Modus, positioniert Charaktere sorgfältig, setzt Crafts und S-Crafts ein und jongliert mit dem Orbment-System, das magische Fähigkeiten über ausgerüstete Quarze freischaltet. Das klingt komplex, erschließt sich aber organisch, und wer tief einsteigen möchte, findet in den Orbment-Konfigurationen ein echtes Tüftlersystem. Der neue »High Speed Mode« beschleunigt Animationen und Laufgeschwindigkeit deutlich, was das ohnehin schon flottere Spielgefühl gegenüber dem Original noch weiter steigert.
Neu in diesem Teil ist außerdem ein Kochsystem, das selbst misslungene Rezepte sinnvoll einsetzt: Wer beim Kochen scheitert, erhält gelegentlich sogenanntes Attack Food, das im Kampf ohne CP- oder EP-Kosten als Wurfgeschoss gegen Feinde eingesetzt werden kann. Das ist nicht nur eine nette Idee, es passt perfekt zur Tonlage des Spiels, das seinen Humor nie vergisst, auch wenn die Welt gerade brennt. Dazu gesellen sich Angelminispiele, Poker und weitere Minispiele, die das Spiel zu einem vollgepackten Paket machen, das auch abseits der Hauptgeschichte kaum Leerlauf kennt.