Jahrelang war »Resident Evil« auf Nintendo-Handheld ein Kompromiss. Wer die modernen Remakes spielen wollte, brauchte eine stabile Internetverbindung und die Bereitschaft, sich auf Technik einzulassen, die grundsätzlich funktionierte, aber nie das vollständige Erlebnis lieferte. Auf der Switch 2 hat Capcom dieses Kapitel abgeschlossen: Die Remakes sind jetzt nativ und vollständig verfügbar, mit einer Bildqualität, die auf diesem kleinen Bildschirm nicht selbstverständlich ist. Zum ersten Mal kann man das moderne RE-Lineup auf Nintendo-Hardware wirklich zu fairen Bedingungen spielen.
Das Herzstück des Lineups ist »Resident Evil 4« Gold Edition: Leon S. Kennedy, jetzt als gereifter Regierungsagent unterwegs und von den Ereignissen in Raccoon City noch immer gezeichnet, soll die Tochter des US-Präsidenten aus den Händen der Los Illuminados befreien, einer von Las Plagas infizierten Sekte in einem westeuropäischen Dorf. Die Geschichte trägt, gerade weil sie das Original neu denkt und nicht einfach nachspielt. Das Remake greift sein legendäres Vorbild am konsequentesten auf: Das Kampfsystem ist schwerer und griffiger geworden, Schleichangriffe und Messerparaden kommen als Optionen hinzu. Die Umgebungen wurden ausgebaut, ohne aufgebläht zu wirken, und der Händler ist immer noch der charmanteste Waffenhändler der Videospielgeschichte.