Dass Sie diesmal sowohl Max als auch Chloe steuern, verändert die Dynamik spürbar. Max bleibt die Beobachterin, die versucht, alles zusammenzuhalten, während ihre Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, erneut zum zentralen Werkzeug wird. Chloe dagegen bringt Reibung ins Spiel. Direkt, impulsiv, mit dieser Mischung aus Trotz und Verletzlichkeit, die man so gut kennt. Ihre Dialoge sind schärfer, ihre Perspektive unmittelbarer. Und genau dadurch entsteht ein Spannungsfeld, das die Geschichte trägt.
Spielerisch bleibt vieles vertraut. Sie bewegen sich durch klar abgegrenzte Areale, untersuchen Objekte, führen Gespräche und treffen Entscheidungen. Die Zeitmanipulation wird gezielt eingesetzt, um Dialogverläufe zu verändern oder kleine Rätsel zu lösen. Es sind keine großen, spektakulären Mechaniken, vielmehr Werkzeuge, die das Erzählen unterstützen. »Life is Strange« war nie eine Reihe, die sich über komplexes Gameplay definiert hat. Und »Reunion« weiß das.