Manche Gebäude haben mehr als ein Leben verdient. In Novato, nördlich von San Francisco, steht ein ziemlich außergewöhnliches Exemplar. Errichtet in den 1960er-Jahren für den Verlag McGraw-Hill, später von Birkenstock genutzt und seit einigen Jahren verwaist. Nun soll aus dem markanten Industriekomplex mit seinem skulpturalen Betondach ein Museum werden, das dem kreativen Erbe von Charles und Ray Eames gewidmet ist. Und weit darüber hinausdenkt.
Die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, bekannt unter anderem für die Tate Modern in London, haben gemeinsam mit EHDD und den Landschaftsarchitekten Field Operations ihre Pläne vorgestellt. Statt das bestehende Gebäude abzureißen, wird es behutsam weiterentwickelt. Herzstück ist eine rund 122 Meter lange Ausstellungshalle, ergänzt durch Galerien, Werkstätten, Veranstaltungsräume und weitläufige Gärten. Auf dem rund 36 Hektar großen Gelände soll ein neuer Treffpunkt für Kunst, Architektur und Design entstehen.
Das Besondere: Das Eames Institute versteht sich nicht als klassisches Museum, in dem schöne Dinge hinter Glas stehen. Vielmehr soll hier sichtbar werden, wie Ideen entstehen. Mit offenen Werkstätten, experimentellen Räumen und Ausstellungen, die nicht nur fertige Objekte, sondern auch die kreativen Prozesse dahinter zeigen.
Ganz im Sinne von Charles und Ray Eames, die mit ihren Möbeln, Filmen und Experimenten das Design des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt haben.
Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, die Eröffnung wird für 2030 angestrebt. Bis dahin bleibt noch reichlich Zeit für neue Ideen. Und vielleicht ist genau das die schönste Pointe dieses Projekts: Ein Museum, das nicht nur Designgeschichte bewahrt, sondern vor allem Lust auf die Zukunft macht.