ChromaGun 2: Dye Hard
Es gibt Spiele, bei denen schon der erste Raum leise flüstert, wessen Geist hier noch durchs Labor spukt. »Portal« lässt grüßen, natürlich. »ChromaGun 2: Dye Hard« weiß das selbst ziemlich genau und macht gar nicht erst den Versuch, diese Verwandtschaft zu verstecken. Statt Portalen gibt es hier Farbschüsse, statt Würfeln eher nervöse WorkerDroids, und doch ist das Prinzip ähnlich verführerisch: ein klar umrissenes Werkzeug, ein steriler Testraum und sofort das Gefühl, dass die Lösung eigentlich ganz einfach sein müsste. Bis sie es eben nicht mehr ist.
Entwickelt wird das Ganze von Pixel Maniacs aus Nürnberg, einem deutschen Studio, das schon mit dem ersten »ChromaGun« und später mit »Can’t Drive This« bewiesen hat, dass es einfache Ideen gern so lange verdichtet, bis daraus etwas sehr Eigenes entsteht. Bei »ChromaGun 2: Dye Hard« bleibt die Grundidee erhalten: Wände und Objekte werden eingefärbt, Farben werden gemischt, und die Umgebung reagiert darauf mit einer Mischung aus Logik, Physik und latentem Testlabor-Irrsinn. Laut Studio ist die Fortsetzung klar als Nachfolger des 2016er Originals angelegt, Nintendo beschreibt die Switch 2-Version ebenfalls als Reihe kniffliger Rätsel auf der ChromaTec-Teststrecke.
Der Reiz liegt erneut darin, wie schnell aus einer simplen Regel eine kleine Katastrophe mit Ansage wird. Erst färbt man noch brav Wände an, dann stehen Kisten, Droiden und Farbkombinationen im Weg, und wenig später benehmen sich die Räume wie ein IQ-Test mit schlechter Laune. Genau das macht den Charme aus: »ChromaGun 2: Dye Hard« wirkt auf den ersten Blick wie ein sauberer Denksportler, hat darunter aber die Energie eines Labors, in dem irgendjemand die Sicherheitsfreigabe aus Versehen an die Wand gemalt hat.