Despelote
»Despelote« erzählt vom Aufwachsen in Ecuador zu einer Zeit, in der
Fußball allgegenwärtig war. Nicht als großes Sportdrama, vielmehr als
leiser Begleiter des Alltags. Sie erleben die Welt aus der Perspektive
eines Kindes, das zwischen Schulbank, Wohnzimmer und Straße unterwegs
ist, während ein historischer sportlicher Moment die Stimmung des ganzen
Landes prägt. Gespräche der Erwachsenen, Radiomeldungen und Fernseher
im Hintergrund verweben sich zu einem dichten Zeitgefühl.
Spielerisch bleibt das Erlebnis bewusst zurückhaltend. Mal kicken Sie
einen Ball aus der Ego Perspektive, mal spielen Sie ein simples
Fußballspiel auf einer alten Konsole, mal warten Sie einfach darauf,
dass der Schulgong endlich läutet. Interaktion entsteht beiläufig und
folgt keiner klassischen Dramaturgie. Vieles passiert um Sie herum,
nicht durch Sie, was das Gefühl verstärkt, Teil einer Erinnerung zu
sein.
Die handgezeichnete Optik mit ihren schwarzweißen Figuren
vor weich gefilterten Hintergründen verleiht dem Spiel eine starke
Eigenständigkeit. Unterstützt von spanischer Sprachausgabe und sparsamer
Musik entsteht eine Atmosphäre, die zugleich nüchtern und berührend
wirkt. »Despelote« ist weniger Spiel als gelebte Erinnerung. Wer
Kindheit nicht gewinnen will, sondern fühlen möchte, trifft hier voll
ins Netz.