Goodnight Universe
In »Goodnight Universe« erwacht das Unbekannte im Kinderzimmer. Isaac ist sechs Monate alt und entdeckt, dass er mit seinem Blick Dinge bewegen kann. Bauklötze schweben, Lampen flackern, die Welt beugt sich seinem Willen – und niemand ahnt, was in diesem kleinen Kopf vorgeht. Während seine Eltern in digitaler Routine verharren, wird das Baby zum stillen Mittelpunkt einer Geschichte über Nähe, Kontrolle und das Bedürfnis, gesehen zu werden.
Das Studio Nice Dream, bekannt für »Before Your Eyes«, führt seine Idee der Blicksteuerung hier zu einem neuen Extrem. Wieder ist es die Kamera, die den Unterschied macht: Blinzeln, starren, fokussieren – jeder Moment ist Handlung. Was bei ihrem Vorgänger noch Entmachtung bedeutete, wird hier zur Offenbarung. Die Augen werden zum Controller, der Körper zur Schnittstelle einer Welt, die Sie nicht nur spielen, sondern spüren.
So entsteht ein Erlebnis zwischen Zärtlichkeit und Beklemmung, das sich irgendwo zwischen Pixar und Philip K. Dick verorten lässt. »Goodnight Universe« fragt, was Menschlichkeit bedeutet, wenn Wahrnehmung zur Macht wird – und wenn selbst ein Baby lernen muss, was Vertrauen kostet. Ein Spiel, das sich nicht anschreit, sondern tief in die Seele flüstert.