»Ach«, sagen notorische Nörgler, »schon wieder so ein Ferrari mit Vorderradantrieb.«
Wie bitte? Ferrari mit Vorderradantrieb? Ha! Womöglich noch elektrisch!
Nun, aleae iterum volvuntur, wie der Lateiner sagt, die Würfel fallen immer neu, und wer ausgerechnet bei Ferrari ein gravitätisches Traditionsverharren einfordert, der steht selber in der falschen Spur.
Verfolgt man Ferraris Einreichungen in den diversen Patentämtern, wird man von der Fülle, Vielfalt und, ja, Spielfreude überrascht sein, mit der Ferrari die kühnsten Erfindungen vorantreibt, hinreichend bis zum auf den Kopf gestellten Wasserstoff-Reihensechszylinder mit Doppelkompressor oder zur zeichnerischen Darstellung einer sattelartigen Fahrer-Sitzposition, die vom Piloten einfordert, wie ein Motorradfahrer mitten in der Berlinetta zu agieren, Kurvenlage inklusive. (Anmerkung: Die motorradaffine Blinker-Bedienung zählt ja schon seit einigen Modellen zum Manettino-Standard.) Zuletzt überraschte Ferrari die Fachwelt mit länglichen Kolbenquerschnitten und »siamesischen« Pleuelstangen für einen extra kurz bauenden V12. Und damit ist noch nicht einmal das Thema Rennsport eröffnet!