Sie arbeiten in einem hoch regulierten Umfeld. Schränkt das die Kreativität nicht ein?
Ich sehe es eher als Ansporn. Jede Regel ist eine Herausforderung, die uns zwingt, bessere Lösungen zu finden. Hätte ich völlige Freiheit, wäre ich vielleicht Künstler geworden. Aber im Automobildesign reizt mich gerade das Zusammenspiel: Kreativität, Technik, Sicherheit, Marktanforderungen. Nur wenn alles zusammenspielt, entsteht ein gutes Produkt.
Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Head of Design bei Lotus?
Es geht weit über das Zeichnen schöner Autos hinaus. Wir sind die Hüter der Marke, müssen ihre Geschichte bewahren und sie gleichzeitig für neue Märkte öffnen. Das erfordert Verantwortung, Verständnis für Technik, Business und Kunden gleichermaßen. Design bei Lotus sitzt nicht am Rand, sondern mitten im Unternehmen – von der Forschung bis zum Marketing. Wir arbeiten nicht wie in einer Staffelübergabe, sondern parallel und integriert. So bleibt die Story vom ersten Entwurf bis zum fertigen Auto konsistent.
Lotus steht heute vor einem radikalen Wandel hin zur Elektromobilität. Wie viel Markenkern bleibt da übrig?
Sehr viel – wenn wir bewusst damit umgehen. Ja, die Technologie ändert sich komplett. Aber wir haben bei jedem Schritt überlegt: Wo schaffen wir Kontinuität, trotz aller Unterschiede? Ein Beispiel: Alle Primärfunktionen bleiben physisch erreichbar – egal ob Drive Mode, Klimabedienung oder Rekuperations-Paddles am Lenkrad. Das ist ein ganz bewusstes Bekenntnis: Auch in hochdigitalisierten Fahrzeugen bleibt der Fahrer im Zentrum, mit klaren, analogen Touchpoints und dem Wissen aus der Vergangenheit.