Bryan Adams: Inside Out

Dass er sich für Architektur interessiert, würde man ja schon an seinem Studio sehen, sagt Bryan Adams. Und für Fotografie brennt er wirklich, wie man im Gespräch mit ihm merkt. Auch schon an diesen fünf Fragen, die aus dem Interview mit Chefredakteur Michael Köckritz stammen.
  • Text
    Michael Köckritz
  • Fotos
    Bryan Adams c/o Kathrin Hohberg Agency / Camera Press

Um eine Sache mal klarzustellen: Bryan Adams ist wirklich lässig. So trägt er eine schlichte Jeans und ein einfaches, schwarzes T-Shirt, obwohl er in den mehr als 40 Jahren seiner Karriere über 100 Millionen Tonträger verkauft hat und sich auch in Samt und Seide kleiden könnte, wenn ihm danach wäre. Das liegt ihm aber nicht. Seide eh nicht, zumal er schon seit Jahren bekennender Veganer ist. Überhaupt hat Adams aus seinen politischen Ansichten, was Menschen- und vor allem Tierrechte angeht, nie einen Hehl gemacht. Weil er sich sehr oft nicht darum schert, was andere denken. Nur die Sache mit den Millionen von Küssen, für die er verantwortlich ist, die lässt ihn dann doch nicht kalt.

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Mister Adams, wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin der Bassist in der Band, manchmal mache ich auch Fotos.

Und was sind Ihre Ziele im Leben?

Die Frage ist einfach zu beantworten, aber es ist nicht immer leicht, danach zu leben: Ich stehe jeden Morgen mit dem einzigen Ziel auf, den Tag auszufüllen.

Sprechen wir über Fotografie. Stimmt es, dass Ihre Karriere als Fotograf mit einem Schnappschuss von Linda Evangelista begann?

Für meine Arbeit als Modefotograf gilt das auf jeden Fall. Zuvor hatte ich vor allem Selbstporträts für Plattencover fotografiert und manchmal Porträts von Freunden gemacht. In den 90er-Jahren war es dann vor allem der Modefotograf Herb Ritts, der mich ermutigte und unterstützte. Er stellte mir sein Studio und seine Assistenten einen ganzen Sommer lang zur Verfügung, um mein erstes Buch zu fotografieren. Es war von dem Verlust meiner Freundin Donna inspiriert, die an Brustkrebs gestorben war. Herb war ein großartiger Mensch, noch heute arbeite ich mit einigen seiner Mitarbeiter zusammen.

Und welches Foto von Ihnen verrät am meisten über Sie?

Die Fotos von meiner Familie, ich schätze sie mehr als alles andere. Ich fotografierte meinen Großvater, als er 89 war. Wir sprachen über seine Zeit als Royal Engineer in den Weltkriegen. Er war ein bescheidener Mensch. Vor einigen Jahren ist er gestorben. Ich vermisse meine Großeltern außerordentlich.

»In den 90er-Jahren war es dann vor allem der Modefotograf Herb Ritts, der mich ermutigte und unterstützte. Er stellte mir sein Studio und seine Assistenten einen ganzen Sommer lang zur Verfügung, um mein erstes Buch zu fotografieren.«
Bryan Adams
Möchten Sie als Fotograf oder als Musiker in Erinnerung bleiben?

Es ist mir völlig egal, ob man sich an mich erinnert oder nicht. Wenn ich morgen aufwache und es gäbe keine Spur mehr von mir im Internet, wäre ich begeistert. Allerdings – ich hatte einmal ein Interview mit einem brasilianischen Journalisten, der mich fragte, ob ich wüsste, für wie viele Küsse meine Lieder verantwortlich seien. Darüber hatte ich noch nie nachgedacht. Er rechnete vor, dass es in die Milliarden gehen würde. Die Idee, für eine Milliarde Küsse verantwortlich zu sein, gefiel mir sehr. Denn ohne Liebe sind wir nichts, und die Chance zu haben, ein bisschen Liebe in diese Welt zu bringen – das bedeutet mir alles.

→ Lesen Sie das gesamte Interview mit Bryan Adams und sehen sie weitere Fotografien von ihm in der rampstyle #24.

Michael Köckritz

Michael Köckritz

Chefredakteur
Als Journalist, Autor, Künstler und Medienmacher gelingt es Michael Köckritz immer wieder, mit gut gelaunter Leichtigkeit ebenso aufmerksamkeitsstarke wie nachhaltig anregende Impulse zu setzen – im Kontext von Zeit- und Zukunftsthemen ebenso wie in Lifestyle- und Luxuswelten. Als Herausgeber und Chefredakteur realisierte er gleich eine ganze Reihe von frisch gedachten Buchprojekten und Lifestyle-Magazinformaten, die seit Jahren regelmäßig mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet werden. Das Autokulturmagazin ramp, das Männerlifestyle-Magazin rampstyle und das Designmagazin ramp.design erscheinen international und gelten als stilbildend.
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rampstyle #24 Ich bin (cool)

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Alles soll cool sein, alle wollen cool sein. Die Begriffe Cool und Coolness begegnen uns gerne als Modewort und dabei ebenso inflationär wie unscharf. Zugleich begeistert Coolness aber als selbstbewusste Attitüde und als stilsichere Ästhetik.

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