Parallel dazu tritt Leon S. Kennedy auf den Plan. Der ehemalige
Polizist aus Racoon City und heutige Regierungsagent verfolgt eigene
Ermittlungen, die sich mit Graces Spur überschneiden. Die Jahre haben
sichtbare Spuren hinterlassen, seine Erfahrung im Umgang mit Bedrohungen
ist jedoch ungebrochen.
Seine Abschnitte orientieren sich spürbar an der Ausrichtung von
»Resident Evil 4«. Die empfohlene Third Person Perspektive unterstützt
das direktere, kampfbetonte Vorgehen. Leon verfügt über ein
umfangreicheres Waffenarsenal, setzt Nahkampfangriffe effektiv ein und
führt dauerhaft ein Beil mit sich, das sich per Tastenkombination
schärfen lässt, um Angriffe abzuwehren oder Konter einzuleiten. Hier
dominieren Dynamik und Durchsetzungsvermögen, ohne ins Groteske
abzudriften.
Der stetige Wechsel zwischen beiden Figuren sorgt für ein
ausgewogenes Tempo über die rund 15 Stunden Spielzeit hinweg. Intensive
Horrorpassagen mit Grace werden von actionreicheren Momenten mit Leon
abgelöst, was das Gesamtbild abwechslungsreich hält. Zugleich bleibt die
Geschichte eng mit dem Serienkanon verknüpft und greift zentrale Motive
rund um Verschwörungen, Konzerne und alte Wunden auf.