Winnie’s Hole
Und jetzt bitte einmal ganz fest anschnallen: »Winnie’s Hole« beginnt dort, wo guter Geschmack kurz zögert und dann trotzdem mitgeht. Statt durch Fantasywelten oder Labyrinthe bewegen Sie sich durch einen tierischen Körper, genauer gesagt durch Winnies Innerstes. Sie sind kein Besucher, Sie sind das Problem. Ein Virus mit Wachstumsdrang, Ambitionen und einer erstaunlich langen To-do-Liste.
Was folgt, ist ein kontrolliertes Eskalieren aus Mutationen, Aktionskarten und immer neuen Kombinationsmöglichkeiten. Kämpfe finden im Kopf Ihres Wirts statt, rundenbasiert, taktisch und voller Momente, in denen aus einer harmlosen Aktion plötzlich eine absurde Kettenreaktion wird. Jeder Durchgang verändert die Spielweise, jede Entscheidung hinterlässt Spuren. Stillstand existiert hier nicht, Anpassung ist Pflicht.
Twice Different treibt mit diesem Spiel seine Vorliebe für ungewöhnliche Konzepte konsequent weiter. Düsterer Humor trifft auf überraschend klare Systeme, Ekel auf Charme, Kontrollverlust auf Strategie. »Winnie’s Hole« ist verstörend, verspielt und seltsam einnehmend, ein Roguelike, das nicht gefallen will und genau deshalb hängen bleibt. Wer glaubt, das Genre sei ausgereizt, sollte hier besser nicht wegsehen.